„Über mich" beschreibt, woran ich arbeite und warum. Hier erzähle ich, wie ich dahin gekommen bin — chronologisch, mit den Brüchen und Umwegen, die dazugehören.

Handwerk und Technik

1977 habe ich in Schermbeck eine Lehre als KFZ-Mechaniker begonnen, 1980 die Gesellenprüfung in Wesel abgelegt. Danach eine Fachoberschule für Maschinentechnik, Wehrdienst in der KFZ-Instandsetzung, ein paar Jahre als Maschinenbaumonteur bei WBW - Industriemontagen in Herne. Handfeste Arbeit, klare Aufgaben — eine gute Schule für das, was später kam, auch wenn ich das damals nicht ahnte.

Die Umzugsbranche

1990 bin ich in die Umzugsbranche eingestiegen — zunächst angestellt, dann in der Geschäftsführung einer Kunst- und Möbelspedition, später als Filialleiter und Abteilungsleiter bei größeren Umzugsunternehmen in Münster.

Das ist die Zeit, aus der die Erfahrungen stammen, die ich in „Über mich" beschreibe: wie Ausschreibungen inszeniert werden, wie Menschen in Systemen mitmachen, die sie selbst für falsch halten. Ich habe das nicht von außen beobachtet — ich war Teil davon, als Qualitätsbeauftragter und später als Unternehmenscoach.

Der Einstieg in gemeinschaftliches Wirtschaften

Ab Ende der 1990er Jahre hat sich parallel etwas anderes entwickelt. 1995 bin ich Vorstandsmitglied im Männerforum Münster  geworden. Kurz danach wechselte ich zum Tauschring-LOWI in Münster — erst als Geschäftsführer, später als 1. Vorsitzender. Das war mein erster echter Kontakt mit einer Wirtschaftsform jenseits des Marktes: Menschen, die sich gegenseitig helfen, ohne dass Geld im herkömmlichen Sinn dazwischensteht.

Daraus ist mehr geworden, als ich erwartet hatte. 2004/2005 habe ich mich bei Monneta  zum Regiogeldreferenten weiterbilden lassen — unter anderem bei Prof. Margrit Kennedy, deren Arbeit zu Zins und Geldsystemkritik mich bis heute prägt. Ich habe von 2006 bis 2009 den Ressourcen-Tauschring  geleitet, 2008 am ersten Bundesarbeitstreffen der Tauschringe mitgewirkt, und von 2013 bis 2016 das Tauschmagazin herausgegeben. 2020 eröffnete ich das Tauschring-Zeitschriften-Archiv  . Von 2009 bis 2011 arbeitete ich am Tauschwiki  mit und hüte das Wiki bis heute.

Das war keine Nebenbeschäftigung. Es war der Anfang von allem, was ich heute tue.

Ein Bruch

2014 habe ich mit anderen die Stadtteilinitiative „Von Mensch zu Mensch Rumphorst" aufgebaut — Alltagshilfen für ältere und hilfsbedürftige Menschen im Stadtteil. Ich habe die Treffen organisiert, die Öffentlichkeitsarbeit gemacht, die Finanzen verwaltet. Ende 2016 musste ich dieses Engagement aus gesundheitlichen Gründen beenden.

Was folgte, war kein sanfter Übergang, sondern ein Einbruch: Ich geriet zunehmend in eine Informationsüberflutung, der ich nicht mehr gewachsen war. Erst später, im Rückblick, wurde daraus ein Verstehen — die Diagnose Autismus, die ich in „ Über mich" erwähne. Vieles, was vorher wie persönliches Scheitern aussah, ergab plötzlich Sinn. Und mit dem Verstehen kam eine Entdeckung: dass ich besonders gut darin bin, große Mengen an Information zu einem Kern zu verdichten — zu kondensieren.

Diese Fähigkeit ist heute die Grundlage meiner Arbeit an Begriffen und Quellen.

Neue Wege, ähnliche Fragen

2023/2024 habe ich die Lern- und Handlungsgemeinschaft 5 von Myzelium  durchlaufen — ein Jahr, das mich direkt an das gemeinschaftsbasierte Wirtschaften herangeführt hat.

Heute

Wirklabor Wirschaffen ist der vorläufige Endpunkt dieses Weges — und zugleich kein Endpunkt, sondern eine Fortsetzung. Die Fragen, die mich 1997 in den Tauschring geführt haben, sind dieselben, an denen ich heute arbeite. Nur die Werkzeuge sind andere geworden: nicht mehr nur ein Tauschring vor Ort, sondern Begriffsarbeit, Gesprächsformate, digitale Werkzeuge wie RessourcenPool und SchwarmFeld.

Was ich konkret gelernt und gemacht habe, steht auf der Seite Meine Kompetenzen.